Menüpunkt: Mein Hobby: Welpen


Ob Sie nun einen Sheltie oder einen anderen Hund bekommen, meistens so im Alter von 8-9 Wochen,
Sie bekommen einen Welpen, der, verzeihen Sie den Ausdruck, "wie ein trockener Schwamm"
das, was auf ihn zukommt, "einsaugt". Was in den ersten Wochen auf ihn einprasselt, formt ihn,
kann ihn natürlich auch "deformieren", wenn man nicht die nötige Sorgfalt walten
läßt. Verfallen Sie nicht in den Fehler, und sehen Sie in dem kleinen Hund ein "menschliches
Wesen", vergleichbar mit einem Baby, sondern beachten Sie, daß der neue Vierbeiner immer
ein Tier ist und bleibt. 

SIE müßen IMMER das ALPHATIER sein und bleiben, menschliche Regungen sind fehl am Platz.
Das heißt jetzt nicht, daß Sie Ihrem Vierbeiner nicht auch Ihre Liebe, die Sie ihm entgegenbringen, auf "menschliche"
Art und Weise zeigen. Sie müßen sich aber immer im Klaren darüber sein, daß das, was für uns Menschen
verständlich oder erklärbar oder "positiv" ist, der Hund durchaus anders, u.U. sogar negativ, interpretieren kann.

Ein kleines Beispiel:

Ihr Hund freut sich, wenn Sie abends nach Hause kommen, er springt auf Sie zu, springt an Ihnen hoch und sucht,
Ihrer Meinung nach, nach Lob und Anerkennung, die Sie ihm in Form von Streicheln usw. dann entgegenbringen.
Der Hund verbindet aber dieses Streicheln nicht als Lob für das Herkommen, sondern er verbindet dieses Lob
mit dem Hochspringen. Er wird also immer wieder an Ihnen hochspringen und so auf sein Streicheln warten, welches
er als Lob empfindet.

Meinen Henry erhielt ich mit 8 Wochen. Aufgrund meiner Erfahrungen mit meinem ersten Sheltie (einer "Dame"),
hoffte ich, ebenso erfolgreich zu sein. Sicherlich hatte ich es mit meiner "Elka" etwas leichter, sie war bereits
3,5 Jahre alt, als wir sie erhielten, Feinheiten konnten wir ihr nicht mehr beibringen, aber sie war sehr anhaengllich, Probleme
gab es mit ihr keine.

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Die ersten Wochen hatten wir Urlaub, um uns auf unseren neuen "Mitbewohner" richtig einzustellen, und um ihm
den Einstieg ins "menschliche" Familienleben leichter zu machen. Das sollte auf jeden Fall sein, es hilft uns und
dem Hund. Nach den ersten Tagen war unser Bestreben, ihn stubenrein zu kriegen. Es war verhaeltnismaessig leicht, ihn
daran zu gewoehnen, nur im Windfang auf die ausgelegte Zeitung zu machen. Nur hatten wir den Fehler gemacht, in den ersten
Tagen nicht konsequent genug, alle 2-3 Stunden, Gassi zu gehen. So hatten wir zwar den Erfolg, dass er sein "Geschaeft" 
im WIndfang auf der Zeitung machte, aber es konnte sein, dass er beim "Gassi" gehen nichts machte, kaum war er aber
zuhause, war sein erstes, im Windfang sich zu "erleichtern". Nur mit sehr viel Liebe und Ausdauer ist es uns dann doch
gelungen, ihm das Geschaeft "draussen" schmackhaft zu machen. Teilweise haben wir uns damit geholfen, ihm einen
Teil der Zeitung aus dem Windfang draussen hinzulegen, um ihm so beizubringen, dass Zeitung und draussen das selbe sei. Es hat
nicht gleich geklappt, aber in nicht allzu langer Zeit hat er es dann doch begriffen. Wichtig ist, sofort und konsequent dem neuen
Mitbewohner klar zu machen, wo er hinmachen darf, und wo nicht. Nehmen sie sich Zeit, loben sie sehr viel, machen sie es ihm
anfangs mit Leckereien schmackhaft. Es funktioniert, wenn beim einen oder anderen nicht gleich, doch so in einer annehmbaren
Zeit. Interessant ist es dann, natuerlich nur bei Rueden, wenn er dann anfaengt, auf drei Beinen zu stehen.

Um einem Hund etwas beizubringen, ist es sicherlich nicht verkehrt, mit ihm auf einen Hundeplatz zu gehen, wo er die Gelegenheit hat,
andere Menschen und vor allen Dingen auch andere Hunde kennenzulernen. Wir haben hier die Möglichkeit, auf den Platz eines
Hundevereins zu gehen, bei dem es nicht rassenabhängig ist. Die Gruppen, die eingeteilt werden, werden danach gegliedert, welchen
Alters die Hunde sind, teilweise auch etwas nach der Grösse, und auch nach dem "Ausbildungsstand".
So hatten wir die Gelegenheit, unseren Henry spielen zu lassen, und ihm übers Spiel auch soziales Verhalten beizubringen. Anfangs
natürlich hat er den Schwanz eingeklemmt und war sehr verunsichert, allerdings hat seine Neugier meistens doch gesiegt. So haben
wir ihm so nach und nach beibringen können, wie er sich anderen Hunden oder Menschen gegenüber zu verhalten hat. Er hat
die Scheu abgelegt, nicht ohne zu merken, wo er doch besser dran tut, etwas zurückhaltender zu sein.

Er ist jetzt schon ein selbstbewusster "Sir", dem es sichtlich Spass macht, er scheut allenfalls das erste Mal, wenn er über oder
durch Hindernisse muss, wenn er es aber begriffen hat, kann man ihn kaum noch halten.  Man sollte in den ersten Wochen und Monaten
tunlichst vermeiden, ihn grosse Sprünge machen zu lassen. Der ganze Knochenbau ist anfangs noch nicht so gefestigt, als dass er
gefahrlos über oder von Hindernissen runterspringen kann.

Im Rahmen dieser ersten "Ausbildung" hatten wir auch die Gelegenheit, sein Verhalten im Strassenverkehr zu testen und zu festigen.
Das ist mE sehr wichtig, denn es dürfte unvermeidlich sein, selbst auf Spaziergängen in weniger bevölkerten Gegenden, daß Autos,
Fahr- oder Motorräder und andere Spaziergänger entgegenkommen oder uns folgen. 

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Um die Freude an seinem Hund nicht zu verlieren, ist es angebracht, auch sein eigenes Verhalten zu überprüfen. Vieles, was wir unserem
Vierbeiner übel nehmen, ist auf unser eigenes Fehlverhalten zurückzuführen.Wenn mehrere Familienangehörige vorhanden sind, sollten die
sich angewöhnen, immer die gleichen Kommandos auszusprechen, oder sei es der Name des Hundes selber. Wie soll es auch der Hund verstehen,
wenn der eine zu ihm sagt: "Schlamper", "Setz Dich endlich hin", "Hör endlich mit dem Bellen auf" und sonst solche "sinnvollen" Kommandos,
wenn er doch schon ne gewisse Zeit braucht, erst mal "Sitz", "Platz", "Aus" oder seinen eigenen Namen zu "verstehen". Auch die eigene Körpersprache
ist dem Hund gegenüber überaus wichtig. Ich, z.B., habe meinem Hund beigebracht, bei erhobenem Zeigefinger hinzusitzen, bei nach unten zeigender
Hand hinzuliegen, und bei "Bleib" strecke ich ihm meine Handfläche entgegen. Dabei stehe ich immer meinem Hund zugedreht, ihn direkt ansehend.
Da der Hund nur für maximal ein paar Sekunden in der Lage ist, eine Verbindung des folgenden Kommandos zu seinem vorigen Verhalten herzustellen,
muß strengstens darauf geachtet werden, daß die dem Hund gegenüber ausgesprochenen Kommandos immer "unverzüglich" erfolgen
müssen, wenn ein Fehlverhalten des Hundes vorliegt, welches abgestellt werden soll. Ein Hund muss lernen, nur das zu tun, was ihm sein "Gebieter"
erlaubt, nicht das, wozu er gerade Lust hat.